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Denken in Bewegung halten – ein Leben lang 

 

Unser Gehirn kann vieles.

Aber eines kann es nicht besonders gut: Sinnlose Informationen speichern.

Ein einfaches Beispiel: Kinder müssen in der Schule rechnen lernen. Zahlen sind für das Gehirn zunächst abstrakt. Erst wenn sie mit Bildern, Bedeutungen oder inneren „Übersetzungslisten“ verknüpft werden, entstehen Anker. Dann beginnt Verstehen. Und wenn Begriffe einmal gebildet sind, bleiben sie oft erstaunlich stabil erhalten.

 

Genau hier setzt dieser Impuls an:
Wie können wir unser Gehirn so nutzen, dass es lebendig, beweglich und leistungsfähig bleibt – bis ins hohe Alter?

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Wie unser Gehirn wirklich lernt

 

Wenn wir etwas Neues lernen wollen, müssen im Gehirn zuerst neuronale Repräsentanzen entstehen. Das braucht Zeit, Wiederholung und vor allem eines: Bedeutung.
Unser Gehirn speichert Informationen nicht um ihrer selbst willen, sondern immer im Zusammenhang mit Nutzen, Sinn und persönlicher Relevanz.

 

Deshalb ist die entscheidende Frage nicht: Wie viel lerne ich?
Sondern: Wie lerne ich so, dass es mich innerlich anspricht?

 

Spielerische Zugänge, Bilder, Geschichten und Emotionen helfen dabei, Wissen mühelos zu verankern. Lernen darf sich leicht anfühlen – und genau dann bleibt es auch haften.

Denn: Das Gehirn lernt das, was es mit Begeisterung tut.

 

Geistige Fitness statt geistigem Abbau

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Ein zentrales Element dieses Impulses ist die berühmte Nonnenstudie von David Snowdon.
Sie zeigt eindrucksvoll: Geistige Fitness und Alzheimer-Prozesse verlaufen nicht zwingend parallel. Es gab Menschen, die geistig klar, präsent und aktiv waren, obwohl ihr Gehirn im medizinischen Sinn stark betroffen war.

Die Botschaft dahinter ist keine Garantie, aber eine Ermutigung: Ein geistiger Abbau ist kein automatisches Schicksal, sondern ein individueller Prozess, der beeinflussbar ist.

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Geistige Fitness braucht Beziehung

 

Geistige Fitness entsteht nicht nur im Kopf - sie entsteht auch im Miteinander.

Menschen, die eingebunden sind, die regelmäßig in Kontakt stehen, sich austauschen, gemeinsam lachen, diskutieren oder gestalten, bleiben geistig beweglicher. Soziale Nähe wirkt wie ein Trainingsfeld für das Denken: Perspektiven wechseln, Erinnerungen werden geteilt, neue Impulse entstehen ganz von selbst.

Fehlt diese soziale Einbettung, wird es für das Gehirn schwerer, aktiv zu bleiben. Rückzug, Isolation und das Gefühl, „nicht mehr gebraucht zu werden“, wirken wie eine schleichende Bremse für geistige Lebendigkeit. Das Gehirn braucht Begegnung – genauso wie es Bewegung und neue Reize braucht.

 

Lernen hält jung – Stillstand baut ab

 

Ein zentrales Prinzip lautet:

Use it or lose it.

Wenn wir aufhören, Neues zu lernen, beginnt ein schleichender Abbau. Erinnerungen verblassen, Fähigkeiten gehen verloren, geistige Flexibilität nimmt ab. Deshalb ist es hilfreich, sich regelmäßig bewusst auf neue Lernfelder einzulassen – sei es ein neues Thema, eine ungewohnte Tätigkeit, eine neue Bewegungsform oder ein anderes soziales Umfeld.

 

Auch nach dem Berufsleben gilt:
Aktiv bleiben, sich einbringen, Verantwortung übernehmen – all das hält das Denken wach. Ehrenamtliches Engagement, gemeinsames Lernen oder projektbezogene Aufgaben geben dem Gehirn weiterhin Sinn und Struktur.

 

Gedächtnistraining bedeutet dabei nicht Anstrengung, sondern Kreativität:

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  • Bilder entstehen lassen

  • Zusammenhänge erkennen

  • Geschichten entwickeln

  • Rätsel lösen

  • Fragen stellen

  • Neues ausprobieren

 

Oder schlicht gesagt: Denken – gemeinsam und lebendig.

 

Worum es letztlich geht

 

Geistig fit zu bleiben heißt nicht, sich gegen das Älterwerden zu stemmen.
Es bedeutet, das Leben neugierig zu gestalten, Beziehungen zu pflegen und dem eigenen Denken immer wieder neue Räume zu öffnen.

Dieser Impuls lädt dazu ein, das Gehirn nicht als etwas Fragiles zu betrachten, sondern als das, was es ist:
ein soziales, lernfähiges und erstaunlich anpassungsfähiges Organ – ein Leben lang.

Geistig fit bis ins hohe Alter

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