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Wie Kommunikation gelingt, wenn Nähe plötzlich piekst

 

Pubertät fühlt sich für viele Eltern an wie der Versuch, einen Kaktus liebevoll zu umarmen.
Du meinst es gut, kommst voller Nähe und wirst trotzdem gestochen. Die Worte treffen härter als beabsichtigt, Gespräche kippen schneller als gedacht und letztendlich knallen Türen. Irgendwo zwischen Hausaufgaben, Handy und Augenrollen taucht bei Dir dann der Gedanke auf: Hilfe, mein Kind spielt verrückt.

Dabei ist es nicht das Kind, das „schwierig“ ist. Es ist die Situation und oft auch unsere Art, damit umzugehen.

Die Frage, die dabei offen bleibt ist also: Harmonie trotz Pubertät, geht das?

 

Die Pubertät ist eine Zeit massiver innerer Umbauarbeiten bei Deinem Kind. Die Gefühle sind laut, Reaktionen sind heftig und die Bedürfnisse widersprüchlich. Für Eltern bedeutet das, dass bewährte Kommunikationsmuster plötzlich nicht mehr greifen. Was früher funktioniert hat, erzeugt heute Widerstand.

Pubertäts-Rhetorik setzt genau hier an. Der Blick liegt dabei auf Beziehung, Sprache und Haltung. In zwei aufeinander aufbauenden Terminen vermittle ich Impulse und konkrete Werkzeuge, mit denen Eltern den Familienalltag spürbar entspannen können, ohne sich selbst oder ihr Kind zu verbiegen.

Zuhören neu denken

 

Viele Eltern hören in der Pubertät sehr aufmerksam zu, aber trotzdem eskalieren Gespräche. Warum? Weil wir oft auf die Worte hören und dabei übersehen, was eigentlich gemeint ist und hinter der Fassade des Kindes passiert.

In Gesprächen mit pubertierenden Jugendlichen ergibt es wenig Sinn, sich ausschließlich auf Worte zu konzentrieren, denn über Worte zu diskutieren, ist ungefähr so sinnvoll wie zu versuchen, einen Sturm zu überzeugen, leiser zu wehen. Das Ergebnis kennen wir: verletzte Gefühle, emotionale Schlagabtausche, die allen Beteiligten Energie rauben und das ungute Gefühl, wieder einmal alles falsch gemacht zu haben. 

Nicht jedes „Ist mir egal“ sollte wörtlich genommen werden und nicht auf jeden Stachel sollte reflexartig reagiert werden. Pubertäts-Rhetorik bedeutet, bewusst hinter die Worte zu hören und Stimmungen wahrzunehmen. 

Sechs kleine Impulse mit großer Wirkung

  • Rede mit anderen Eltern pubertierender Kinder: oft merkst Du erst dann, dass Du nicht allein bist.

  • Mache Dir regelmäßig bewusst: Diese Phase geht vorbei. Wirklich.

  • Höre auf zu belehren. Das hat bei uns selbst schon nicht funktioniert.

  • Lerne stattdessen gute Fragen zu stellen und Antworten auszuhalten.

  • Traue Deinem Kind eigene Erfahrungen zu, auch wenn Du es gerne vor jedem Stolperstein bewahren würdest.

  • Sage Deinem Kind, was Du an ihm schätzt, ohne ein nachgeschobenes „aber“!
     

Worum es letztlich geht

 

Pubertäts-Rhetorik ist kein Reparaturversuch am Kind!
Es ist eine Einladung an Eltern, die eigene Haltung zu überprüfen und Kommunikation neu zu gestalten. Weg vom Machtkampf und Rechthaben, hin zur Beziehung und zum Dasein. Denn manchmal reicht es schon, den Kaktus nicht fester zu umarmen, sondern ihm den Raum zu geben, den er gerade braucht. Nähe entsteht dann oft von ganz allein.

Pubertäts-Rhetorik

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